Mama, how much longer?
Mama, how much longer?, 2025
Video, 12 min.
Exhibition view: Vessel & Voyager, Akademie der Künste, Berlin
Wie liest man eine Landschaft und wie verortet man sich in ihr? Und wenn man die Landschaft zur Bühne macht – wie verändert sich dann die Handlung? Der Versuch, die Geschichte der Menschheit, aber auch die in Sprache und Narration eingeschriebene Gewalt zu durchbrechen, führt laut Ursula Le Guin zu einer „langweiligen“ Geschichte. Aber es sind eben gerade solche realistischen Geschichten mit Blick auf das Alltägliche, die geeignet sind, nach Frieden zu rufen – im Gegensatz zu den heroischen Erzählungen und Eroberungsfantasien des Anthropozäns.
Marina Naprushkina liest und interpretiert gemeinsam mit ihren beiden Kindern spielerisch den Text der Science-Fiction-Autorin Le Guin, The Carrier Bag Theory of Fiction. Naprushkina arbeitet ortsbezogen: Die unmittelbare Umgebung – die Landschaft in Vlora, Albanien, geprägt von den Folgen der Militarisierung unter der Diktatur Enver Hoxhas, sowie Materialien wie Sand, die natürlichen Lichtverhältnisse und die Arbeitsbedingungen, in denen künstlerisches Arbeiten und Fürsorgearbeit ineinandergreifen – bilden den Rahmen dieser filmischen Lesung.
Die Arbeit entstand während eines Arbeitsaufenthalts in der Galeria e Bregdetit in Vlora, Albanien, im Rahmen des von der JUNGEN AKADEMIE initiierten internationalen Residenzprogramms „Songs of Serpents“ zu Kunst und Ökofeminismus. Es verbindet verschiedene lokale Perspektiven und Initiativen in der Peripherie und fördert künstlerische Recherchen an der Schnittstelle von Kunst, Ökologie und Gender.





